Ornament
Gestaltung der Wasserfläche Rudolf-Seiffert-Str. 37 in Berlin- Lichtenberg, 2006
Ich habe ABSTRAKTE GEOMETRISCHE ORNAMENTE als Grundmotiv und roten Faden für meine Gestaltung der Wasserfläche gewählt.
Sie passen zum Standort: die Neubauten geben bereits Raster und Strukturen vor, so dass sich ein Dialog der Muster und Farben mit der Umgebung entwickeln kann.
Die Gesamtform der Wasserfläche ist ein Achteck, betont von plastisch aufragenden 40cm hohen Sitzsteinen über den Ecken. In der Mitte steht ein Edelstahlpylon. Aus seinen Düsen sprüht Wasser und läuft auf der Fläche kontinuierlich ab. Diese Form der Grundfläche bestimmt auch die Formgebung für das Zentralmotiv: ein LABYRINTH von 135m², ausgeführt in weißen und blauen Linien. Das Labyrinth ist ein schmückendes Ornament und ein Symbol für die Suche nach dem richtigen Weg und ein Kinderspiel.
Im Zentrum des Labyrinths befindet sich ein achteckiger Stern, gebildet aus zwei versetzten Quadraten mit räumlich verflochtenem schwarz-weißen Streifenrand. Dieser ist mit einem kleinteiligen trompe-l‘oeil Flecht-Muster gefüllt, das durch leuchtend blaue Felder akzentuiert wird.
Die Wände der Randsteine und der zwischen ihnen verbleibende Außenrand der Grundfläche sind mit einem schwarz-weißen Streifenmuster bedeckt, das durch den starken Hell-Dunkel-Kontrast und das kleinere Raster die Labyrinthfläche rahmt, begrenzt und hebt.
In die Wände und Deckflächen der Sitzsteine sind rechteckige Musterflächen (zB.20X40cm) aus kleinen Steinen eingelassen, deren Muster geometrische Grundformen variieren (Dreieck, Quadrat, Achteck, Kreis) und teils noch einmal räumliche TROMPE L'OEIL Effekte (Flechtmuster, Würfel, räumliche Perspektiven) nutzen. Sie setzen auf den Schwarz-Weiß-Kontrast mit kleinen highlights in leuchtenden Farben und Gold. Ganz unabhängig von der Bedeutung, die den geometrischen Grundformen traditionell in der Zahlenmystik zugewiesen wird, haben sie ein Wirkpotential, das sich rein über die Betrachtung und die Emotion erschließt. So können sich sowohl die direkte Zielgruppe (kleine Kinder) als auch die erwachsenen Passanten im Park angesprochen fühlen durch das Zusammenspiel von Ordnung, Wiederholung und Akzentuierung, von Form und Farbe und der Möglichkeit immer neue Details zu entdecken. Geometrische Motive sind für Assoziationen offen und bieten ein ästhetisches Vergnügen, das sich nicht abnutzt. Das Auge ruht gern auf ihnen, es gibt so etwas wie die Freude an der Geometrie.
Kerstin Grimm 2006
