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Frag Ment,

Peter Brasch zur Eröffnung der Ausstellung „Grimms Tierleben“ in der Galerie Curare, Hamburg

"Leider hindern mich dienstberauschende Gründe meine Eröffnungsworte wie der Leibhaftige an Sie zu richten. Ich bitte Sie mir das nachzusehen."

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Frag Ment,

wenn er dir eine Antwort gibt, darfst du dich glücklich schätzen. Wenn nicht, kannst du antwortlos unglücklich sein. Die scheinbar trauernden Geschöpfe auf Kerstin Grimms Historie des Flugwesens und die disparaten Figuren der Flußfahrt haben Ment nicht gefragt, sondern die die Opfer ihrer eigenen Konstruktionen geworden. Flugwahn und Ruderwut machen einsam, auch wenn man meinte mit der Entdeckung der Kaffeebohne zeitweise die Droge entdeckt zu haben, die einen wachhält, um weiter Erfindungen zu machen, die das Leben der Menschheit leichter gestalten.

Flugzugabstürze und Schiffsunglücke künden vom Desaster, das das mathematisch bestimmte Denken über die Menschheit gebracht hat. Man fliegt einsam über den Ozean, auch wenn man massenweise in einen Jumbojet verfrachtet die Dominikanische Republik zu einem Sonnenurlaub heimsucht. Und man ergibt sich dem untrauten Alleinsein, wenn man eine Schiffserlebnispassage um das Kap Horn bucht und an die Reling stürzt, um den Atlantik vollzukotzen, zum Ärger der Fische und anderem Meeresgetier. Die Rache folgt auf dem Fusse, Ballonflieger haben es besonders schwer, sie sitzen, wenn auch zu zweit einsam in ihrer Gondel und harren des Adlers, der ihnen die Sicherheitsreißleine zerhackt, Prometheus aus dem 17. Jahrhundert und Ikarus, der nicht der Sonne entgegenstrebt, sondern aus Flugneid und wider besseres Wissen flugunfähigem Geflügel Dioxin aus Seveso ins Futter streut.

Auf der festen Erde tummeln sich inzwischen seltsam de3sinteressierte Gestalten und erfinden in Ermangelung eines Fortschrittsgottes schreckliche Fledermäuse. Nicht aus Angst vor dem Fliegen, sondern aus dem Bewusstsein, dass Absturz tödlich ist. Sie bauen sich Sandburgen, jagen imaginäre Engel und sind mit dem reiselosen Dasein zufrieden. Etwas irritiert verfolgen sie ein in der Luft ruderndes Meerschweinchen. Das ist dann doch zuviel. Ein Schwein aus dem Meer, das auch noch fliegen will, passt nicht in das wissenschaftliche Bild der biologischen Evolution. Wer so etwas erfindet, benötigt keine Schiffe und Flugzeuge, er fliegt und fährt gedankenlos, aber märchenhaft mit eingebildeten Tieren durch das Weltnichts und nicht durch das Weltall und lässt Herrn Fragment, Herrn Fragment sein. Diese Geschöpfe müssen nichts in Frage stellen, weil sie keine Fragen haben.

Kindheit der Menschheit wurde solch scheinbar ignorantes Verhalten genannt, es ist vielleicht eher ahnungsvolles Nichtwissenwollen und die Erfindungen dieser Leute sind nicht zielgerichtet fortschrittsorientiert, sondern ziellos sagenhaft. Sie verbinden ihre Fantasie nicht mit einem Zweck, sondern mit dem simplen Spaß am Hiersein. Sie ruhen in sich und geraten nicht außer asich, wenn ein als Hamster getarnter Prinz plötzlich anfängt ihr Wohnzimmer zu bohnern oder das Meerschweinchen, das ihnen zugelaufen ist, für eine Stunde verschwindet und mit einem Korb geklauter Riesenschokoladentafeln aus dem nächstgelegenen Supermarkt nach Hause zurückkehrt.

Kann sein, derlei Interpretationen sind unzulässig und stehen abseits jeder kunstanalytischen Konvention. Sie sollen deshalb auch niemandem aufgedrängt werden. Es sind Möglichkeiten, die die Damen und Herren Fragmente und Fragmentinnen bieten. Dazu sind sie da.

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Inzwischen schreiben wir statt drei Neunen, drei Nullen hinter den täglichen Tag und die stündliche Stunde und es ergeht uns wie dem zeichnerischen Hund, der eine Tabelle aus vorcomputerisierten Zeiten vor sich sieht und meint, er sei das berühmte Schwein, das ins Uhrwerk sieht und versucht, die Welt zu verstehen. Die Dinge verkehren sich in ihr vermeintliches Gegenteil. In ihren Zeichnungen, denen ich hier den Titel „Rudimente aus dem Biblischen und aus dem Mythologischen Zoo“ gebe, stellt Kerstin Grimm die herrschende Archaik der religiösen Angewohnheiten in Frage. Die ins Paradies vertriebenen Menschenrudimente belagern umtriebig einen fernsten Planeten, während der Löwe den Resten der Zivilisation keine Aufmerksamkeit mehr schenken muß. Der wiederaufgestandene Ikarus würde lieber mit dem gleichnamigen ungarischen Reisebus neue Grenzanlagen abbrennen als in die Sonne zu fliegen, während die Flugrolle der domestizierten Schneegans nicht mehr ins Konzept paßt.

Die Fragmentierung des in Frage kommenden findet noch einmal statt, wobei das Bildzitat aus der Erde zu kommen scheint und immer den Drang hat, dahin zurückzukehren. Vielleicht wieder eine unzulässige Interpretation dieser auf den ersten Blick absichtslos gepaarten Tiere und Landschaftsfragmente. Die Absichtslosigkeit erzeugt die Möglichkeit, die Dinge miteinander sprechen zu lassen, auch wenn sie scheinbar beziehungslos vor sich hin assoziieren. Der wortlose Atem macht diesen losen Zusammenhang möglich. Fantasmatiere gehen den Bund der Losigkeiten ein, die sie aufs Papier gebannt haben, aber dem sie jederzeit wieder entspringen können.

Ich hoffe, dass meine Abwesenheit nicht störend wirkt und wünsche Kerstin Grimms Ausstellung viel Erfolg und allen Gästen viel Vergnügen."

Peter Brasch
2000